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Wie alles anfing

In der achten Klasse wurde ich das erste Mal aufmerksam auf das Thema "Auslandsjahr". Mein damaliger Deutschlehrer, dessen Kinder ebenfalls bereits am Jugendaustausch von Rotary teilgenommen hatten, fragte damals in der Klasse, wer sich denn für so etwas interessieren würde. Es interessierten sich mehrere dafür und wir vereinbarten ein Treffen, bei dem wir uns noch einmal genauer darüber unterhalten haben, was der Rotary Youth Exchange (RYE) überhaupt ist.

 

Anders als bei anderen Organisationen wählt man beispielsweise drei Wunschländer, die man sich als neue Heimat für ein Jahr vorstellen konnte. Außerdem müssen die Eltern im Gegenzug auch ein Gastkind aus dem Programm aufnehmen, während man weg ist. Des Weiteren ist es üblich, dass man bis zu vier verschiedene Gastfamilien innerhalb des Jahres hat, da man diese innerhalb des Clubs wechselt. Alles in allem war ich schon damals sehr angetan von der Idee mal für ein Jahr aus meinen gewohnten Strukturen auszubrechen. Ich sah eine einmalige Chance über meinen Schatten zu springen und etwas fürs Leben zu lernen. Meine Eltern unterstützen mich dabei von Anfang an, als ich ihnen davon erzählte.

 

Leider wurde meine Bewerbung das Jahr in der 10. Klasse zu machen abgelehnt, weil ich zu jung war. Kurz zuvor hatte ich eine Klasse übersprungen und erreichte das Mindestalter nicht. Man bot mir an das Auslandsjahr in der 11. Klasse zu machen. Diese Stufe hätte ich aber wegen der Abiturrelevanz wiederholen müssen. Aufgrund von Problemen in meiner alten Stufe war dies für mich jedoch keine Option.

 

Rotary machte es mir jedoch deshalb möglich den Schüleraustausch nach dem Abitur zu machen. Eine Chance für die ich unglaublich dankbar bin. Ich würde damals sogar zu einem Meeting meines Clubs eingeladen, bei dem zwei Rebounds (die gerade zurückgekommen waren) von ihrem Jahr berichteten. Darunter war ein Mädchen, welches in Ecuador war. Sie hatte mich mit ihrem Vortrag und in einem anschließenden Gespräch derart von dem Land begeistert, dass ich dieses später nach einiger Recherche als Erstwunsch angab und meinen Ursprünglichen Erstwunsch Neuseeland komplett über Bord warf.

 

Mitte August 2017 begann ich also damit meine vollständige Bewerbung auf der Datenbank einzureichen. Dazu gehörten unzählige Nachweise und jede Menge Papierkram, wie Zeugniskopien, Führungszeugnisse von mir und meinen Eltern, Bescheinigungen vom Arzt und noch vieles mehr. Außerdem besuchten uns noch zwei Rotarier, die sich unser Zuhause anschauten und überprüften, ob wir ein Gastkind bei uns aufnehmen könnten. Das gleiche Verfahren wird weltweit bei Rotary durchgeführt und gewährleistet eine angemessene und sichere Unterkunft für alle Austauschschüler.

 

Als das nun endlich fertig war, galt es lange Zeit zu warten, bis wieder eine Mail kam mit der Einladung zur ersten Infoveranstaltung.

 

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