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Die ersten Tage

 

Am Montag war ich gemeinsam mit Rafa und Fáti kurz in meiner zukünftigen Schule. Eigentlich wollten sie mich schon anmelden, aber die Schlange war ziemlich lang bzw. "un monton de personas", wie mein Gastpapa zu sagen pflegt. Deswegen haben wir nach einem kurzen Hallo bei der Direktorin, die übrigens irgendwie mit der Familie verwandt ist und auch auf der Hochzeit, direkt zu Rafas Eltern gefahren, die nahe der Schule wohnen. Dort aßen wir dann auch zu Mittag. Es gab eine typisch ecuadorianische Kartoffelsuppe, die gar nicht mal so schlecht war (ich mag schließlich keine Kartoffeln). Als Hauptgang gab es Pommes, Salat und eine Art herzhaften Kuchen aus Gemüse und Speck. Meines Erachtens sehr lecker. Für mich etwas ungewöhnlich: meine Gastgroßeltern haben eine Angestellte, die sich um alles kümmert. Es war ein seltsames Gefühl bei einem normalen Mittagessen wie in einem Restaurant bedient zu werden. In Zukunft werde ich dort immer nach der Schule zusammen mit Fáti essen.

 

Danach haben wir zusammen mit einem Cousin und einer Cousine noch ein Gesellschaftsspiel gespielt. Es war sehr witzig, auch wenn ich beide Runden verloren habe.

 

Am Montagabend habe ich noch meine Kontaktpersonen aus dem Rotaryclub kennengelernt. Mein Counselour Martin ist für mich hier der erste Ansprechpartner, wenn etwas ist, was man nicht allein mit der Gastfamilie klären kann. Mein Jugenddienstleiter (YEO) Renato steht quasi noch eine Ebene darüber. Renato hat auch direkt seine Frau und seine Tochter mitgebracht. Sie waren alle sehr nett und haben sich sehr darüber gefreut, dass ich bereits die Grundlagen der spanischen Sprache beherrsche. Nebenbei konnte ich zwei typische ecuadorianisch Süßigkeiten probieren: Bananenchips und "caca de perro", übersetzt Hunde Kacka. Dahinter verbirgt sich Mais im Zuckermantel.

 

Renatos Tochter hat Fáti und mich zudem noch zu ihrem 15. Geburtstag eingeladen. Dieser Geburtstag wird üblicherweise groß gefeiert und "Quinzeniera" genannt. Es gibt sogar einen Dresscode für alle Gäste sich ausschließlich in schwarz und weiß zu kleiden.

 

Nachdem die vier Gäste wieder weg waren, besuchte uns noch eine befreundete Familie von Rosy. Mit den drei Jungs, den zwei Cousinen, die zurzeit bei uns wohnen und Fáti habe ich dann noch Karten gespielt. Es wurde zum Glück nicht allzu spät, denn ich hatte schon an diesem Abend etwas Halsschmerzen.

 

Am nächsten Morgen hatte mich die Grippe dann komplett erwischt. Rafa besorgte mir Tabletten aus der Apotheke und weil es trotz Medikamenten nicht wirklich besser wurde, fuhr ich dann mit Rosy am Abend noch zum Arzt. Der diagnostizierte eine "gripa fuerte" was übersetzt starke Grippe bedeutet. Mir wurden stärkere Tabletten verschrieben, die jetzt langsam ihre Wirkung zeigen. Nachdem ich den gesamten Vormittag im Bett verbracht habe und dieses nur zum Essen verlassen habe, geht es mir nun am Abend bereits deutlich besser.

 

Dummerweise habe ich so das erste große Rotarytreffen in Quito verpasst, aber alle beteiligten waren sich einig, dass ich erst mal wieder gesund werden soll. Gesundheit geht vor.

 

Am Sonntag geht bereits meine erste Reise los. Es geht an den Strand zum Sprachcamp.

 

 

Caca de perro
Caca de perro

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