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Familiäres Rotarytreffen

Am Donnerstagabend kontaktierte mich mein Counselour Martín, dass am Freitagabend ein kleines Rotarytreffen stattfinden würde. Er holte mich dann am Freitag gegen kurz nach 7 von Zuhause ab und wir fuhren zum Haus eines Rotarymitglieds. Das Anwesen war groß genug, um alle Mitglieder zu bewirten.

 

Als wir ankamen, begrüßten wir erst einmal alle anderen. Es folgte ein kurzer offizieller Teil. Der Clubpräsident informierte über ein geplantes Bingo zum Sammeln von Spenden und ich musste mich ganz kurz Vorstellen, da ich beim letzten Rotarytreffen ja leider krankheitlich bedingt nicht da war. Damit war der offizielle Part bereits abgehackt und Alessandra und ich kamen mit vielen verschiedenen Personen ins Gespräch und erfuhren einiges über die zurzeit laufenden Projekte des Clubs. Wir boten an in Zukunft auch mitzuhelfen, soweit es uns möglich war und man faste unser Interesse begeistert auf und versprach und bei der nächsten anstehenden Aktion Bescheid zu geben. Mit einigen Clubmitglieder tauschten wir auch die Handynummern aus.

 

Währenddessen wurden Häppchen verteilt. Es gab Schinken mit Honigmelone und Käse-Schinken-Röllchen. Besonders der Schinken auf der Melone war köstlich und hat mich ein bisschen an italienischen Parmaschinken erinnert.

 

Die Leute zeigten viel Interesse an uns und wie es so in unserer Heimat ist. Das kleine Fotobuch, dass ich immer in der Handtasche mitnehme, kam sehr gut an und machte es mir deutlich einfacher zu zeigen woher ich komme und wie es da so aussieht. Am meisten hat es die Mitglieder aber gefreut, dass sowohl Alessandra als auch ich schon ziemlich gut Spanisch sprechen können, denn im letzten Jahr konnten die beiden Austauschschüler in der Stadt kaum ein Wort und es war deswegen sehr schwierig.

 

Der Club hat bereits geplant, dass Alessandra und ich mehrere Mitglieder mal zum Kaffeetrinken besuchen kommen, um sich einfach persönlich kennenzulernen und über Gott und die Welt zu quatschen. So sollen die Rotarymitglieder auch ein Teil unseres Austauschs werden und wir die Möglichkeit haben weitere Kontakte zu knüpfen.

 

Praktischerweise ist der Clubpräsident der Vater von Cami, einer Klassenkameradin. Mit ihm und unserem YEO Renato haben wir uns an dem Abend sehr lange unterhalten. Es war alles irgendwie sehr entspannt und die Leute waren alle sehr freundlich und aufgeschlossen.

 

Zum Essen gab es typisch ecuadorianische Kleinigkeiten. Teigtaschen mit Fleisch gefüllt, Tortillas aus Maismehl (die waren sehr staubig und nicht ganz so mein Geschmack) und frittierte grüne Banane. Dazu gab es Guacamole und zwei verschiedene Saucen, die unterschiedlich scharf waren. Mir haben beide Saucen gut geschmeckt und bis auf die Tortillas aus Mais war alles sehr lecker. Besonders lecker war mal wieder der Nachtisch. Es gab eine Früchtecreme aus roten Früchten mit zu Pulver zerkleinerten Kekse.

 

Der Abend war sehr nett, aber ich war am Ende ganz schön müde, da ich seit viertel nach Fünf auf den Beinen war. Dementsprechend war ich auch etwas erleichtert um kurz vor Mitternacht wieder Zuhause zu sein. Besonders sich so viel und so lange auf Spanisch zu Unterhalten kostet viel Konzentration und Energie. Auch Alessandra und ich sprechen eigentlich nur Spanisch untereinander, denn mir fällt es schwer ständig zwischen Englisch und Spanisch zu wechseln. Somit fällt das einfach im Alltag leichter. Ich bin ganz froh, dass auch Alessandra schon gut Spanisch kann und es deshalb keine Probleme mit der Integration gibt. Ich weiß von ein paar anderen, die es deutlich schwerer haben bei Clubtreffen, weil andere aus dem Club schon gut Spanisch sprechen und sie selbst nicht. Ich verstehe mich sehr gut mit Alessandra und denke, dass wir durchaus gute Freunde werden können im Laufe des Jahres.

 

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