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Bohemian Rhapsody und Friseurbesuch

 

Am Montagabend bin ich zusammen mit meiner Gastschwester und einigen Klassenkameraden ins Kino gegangen. Wir haben Bohemian Rhapsody geschaut und der Film war einfach der Hammer. Ein bisschen Schade fand ich, dass die anderen sich eher mit ihren Handys beschäftigt haben als mit dem Film, aber das hat mich nicht davon abgehalten den Film und vor allem die Musik zu genießen. Mir hat es sehr gut gefallen.

 

Dienstag habe ich zusammen mit Fáti Mathehausaufgaben gemacht und ihr etwas Nachhilfe gegeben, weil Mittwoch ein Test geschrieben wurde. Das Ganze war erfolgreich und meine Schwester konnte tatsächlich ein gutes Ergebnis erzielen, obwohl sie eigentlich eine Matheniete ist. Am selben Abend haben wir es geschafft meinen PC mit dem Drucker zu verbinden und ich konnte mir neue Noten fürs Keyboard ausdrucken.

 

Mittwoch begannen die Olympiadenspiele in der Schule. Zuerst mussten unsere Jungs gegen die Abschlussklasse im Fußball rann. Zunächst gingen sie mit 2:0 in Führung, aber nach der Halbzeitpause haben die Jungs aus der Abschlussklasse dann doch noch aufgeholt und bis zur letzten Minute blieb es spannend. Letztendlich schafften unsere Jungs dann nur wenige Minuten vor Ende den Siegestreffer und besiegten die Älteren damit mit einem knappen 3:2. Während unsere Klasse daraufhin in Hochstimmung waren, waren meine Freunde eher etwas deprimiert und frustriert. Auch ecuadorianische Jungs können nicht gut verlieren.

 

Donnerstag gab es dann die nächste Unterbrechung im Schulalltag, da unser Schülersprecherteam, das wir ja zuvor „gewählt“ hatten, offiziell geehrt wurde. Dazu wurden sogar Delegationen anderer Schulen und einige Ehrengäste eingeladen. Zu meinem Leidwesen mussten wir dazu auch unsere Montagsuniform anziehen. Zwar rutschen die Strümpfe jetzt nicht mehr, aber es ist trotzdem ungemütlich in dem Rock. Ich ziehe mir jetzt immer noch meine Shorts drunter, damit ich den Rock nach der Schule einfach ausziehen kann. Die Veranstaltung an sich war relativ langweilig, aber weil wir dieses Mal gemütlich auf der schattigen Tribüne platznehmen konnten, ließ es sich ganz gut aushalten. Wer freut sich nicht, wenn ein paar Stunden Unterricht ausfallen?

 

Freitagmorgens haben wir Mädchen ein wenig für unser anstehendes Spiel am Mittwoch geübt. Dabei habe ich festgestellt, dass man den Körpereinsatz ein wenig zurückschrauben sollte, wenn fast alle einen Kopf kleiner sind als man selbst und keinerlei Spielpraxis haben. Meine Gastschwester hat einmal Bekanntschaft mit dem Boden gemacht, als ich ihr den Ball weggenommen habe. Im Gegensatz zu den Spielen der Jungs ist bei uns Mädchen direkt alles ein Foul. Danach ging es für uns und die Klasse unter uns mit Schulbussen in die Stadt, da wir an einem Protestumzug teilgenommen haben, um auf Gewalt gegen Frauen aufmerksam zu machen. Alle Schulen der Stadt haben Delegationen dorthin geschickt und wir sind durch die Straßen gelaufen und haben laut für die Frauenrechte protestiert. Das war sehr witzig, aber auch sehr anstrengend, weil die Sonne geschienen hat und es im Stadtzentrum immer stickig und voller Smog ist. Zur Pause sind wir dann wieder zur Schule zurückgekehrt. Ich finde es gut, dass sich die Schulen für solche Themen einsetzten und die Kinder auf so etwas aufmerksam machen.

 

Samstag hatte ich mein Dreimonatiges hier in Ecuador. Am frühen Morgen war ein neues Kälbchen geboren worden und mein Papa hat mich mitgenommen, damit ich die Kleine nur wenige Minuten nach der Geburt sehen konnte. Die Mutterkuh war noch dabei das Fell der Kleinen abzulecken, die es noch nicht ganz schaffte aufzustehen. Mittlerweile tollt sie über die Wiese. Zur Feier des Tages bin ich mit meiner Mama und meiner Schwester zusammen in die Stadt gefahren. Dort war ich endlich beim Friseur, da meine Haare ziemlich ungleich und unordentlich waren. Ich habe mir die Spitzen schneiden lassen, damit da wieder ein bisschen Ordnung hereinkommt und die Haare gut wachsen können. Danach ging es weiter zu Mall wo ich noch ein wenig geshoppt habe. Ich war sehr erfolgreich und konnte noch von einigen Angeboten des „Black Weekend“ profitieren, da zwar alle kleinen Größen bereits ausverkauft waren, die Großen aber noch nicht. Neben einem neuen Badeanzug und einem Schal habe ich auch schon ein passendes Kleid für alle kommenden Weihnachtsfeiern gefunden. Hier sind die Leute immer etwas aufgestylter auf Familienfesten unterwegs, also ich es aus Deutschland kenne und dementsprechend hatte ich nicht so das Richtige im Schrank.

 

Heute steht ein entspannter Tag auf dem Programm. Jeden Morgen werde ich von einem verdammten Vogel geweckt, der es lustig findet gegen sieben Uhr anzufangen sich vor mein Fenster zu setzten und mit dem Schnabel gegen die Scheibe zu hauen. Ich habe schon am Morgen alle Hausaufgaben erledigt und werde mich nun an mein Dreimonatsfazit setzen.

 

 

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