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Die letzten Tage 2018

Am Donnerstag habe ich mich endlich bei den Großeltern Duschen können, da es bei uns seit Weihnachten kein Wasser mehr im Haus gibt. Mittlerweile ist das Problem zum Glück wieder gelöst. Danach war ich mit meinem Papa zusammen in der Mall und habe schonmal ein Geburtstagsgeschenk für meine Schwester besorgen können.

 

Am Abend haben wir es endlich geschafft die Weihnachtslichter in der Innenstadt zu besuchen und Fotos zu machen. Zusammen mit meinen beiden Tanten Alex und Pipi, Aleja, Domenica, meinen Eltern und Fáti haben wir zuerst die Fressbuden geplündert. Die kleinen ecuadorianischen Kartoffeln haben sogar mir geschmeckt und der frittierte Teig zum Nachtisch war einfach himmlisch. Danach haben wir im Park verdammt viele Fotos gemacht, bevor es wieder heimwärts ging.

 

 

 

Den Freitag habe ich morgens bis nachmittags wieder auf der Hacienda verbracht, wo ich bereits am Mittwoch geritten war. Zusammen mi Cecy, die eigentlich in New York wohnt und über die Feiertage hier ist, um ihre Familie zu besuchen, habe ich einen wunderschönen Tag verbracht. Zuerst sind wir gemütlich zusammen ausgeritten. Danach haben wir noch die Hacienda Cienega besucht, die über 400 Jahre alt ist und sogar den letzten großen Vulkanausbruch unbeschadet überstanden hat. Dann ging es wieder zurück und ich hatte das leckerste Mittagessen seit langem. Es gab sogar richtiges Brot und Salat. Den Rest des Tages haben wir den Schäferhund Roxy beschäftigt und ich habe sicherlich eine halbe Stunde Bälle geworfen. Wir hatten zwar ein Plastikteil, dass das Werfen deutlich erleichtert hat, aber die Tage danach hatte ich doch tatsächlich Muskelkater davon. Nach einem abschließenden Besuch auf der Pferdekoppel mit ein paar Leckerlies, wurde ich dann wieder abgeholt. Es war richtig schön sich mit Cecy zu unterhalten, weil sie einen deutlich weltoffeneren Blickwinkel hat, als die meisten Ecuadorianer. Sie hat sich auch sehr für meine Stadt in Deutschland und unsere Burg interessiert und war begeistert davon, dass sie mir die antike Hacienda zeigen konnte. Ich hoffe sie noch einmal wieder zutreffen, bevor sie zurück in die USA fliegt.

 

Samstag wollten wir eigentlich früh zur Lagune des Quilotoa (ein weiterer Vulkan) aufbrechen. Dummerweise wurde der Cousin meines Vaters mit seinem kolumbianischen Auto angehalten. Er lebt seit einiger Zeit in Kolumbien und war zusammen mit seiner Freundin und seiner Tochter hier zu Besuch. Das wollten die Zollbeamten aber nicht hören, sondern haben ihm die illegale Einführung des Autos vorgeworfen, selbiges einkassiert und unter Verschluss gebracht. Nach einigem Hin und Her war klar, dass sie trotz der nötigen Papiere keine Chance hatten das Auto schnell wieder zu befreien. Letztendlich haben sie sich dann das Auto eines Onkels hier geliehen und wir sind doch noch zum Quilotoa gefahren.

 

Dort oben angekommen haben wir einen modernen und gut gepflegten Aussichtspunkt besucht. Dummerweise liegt der Vulkan auf über 4000m Höhe und selbst die fast 70-jährige Tante hat mich alt aussehen lassen, weil ich doch deutliche Probleme mit der Luft dort oben hatte. Zum Glück mussten wir wirklich nicht weit laufen, bis die Lagune im Vulkankrater in Sicht kam. Das türkise Wasser ist spektakulär und dank einer Aussichtsplattform, konnte man den gesamten See überblicken.

 

Leider war die Stimmung bei dem Ausflug nicht ganz so gut, weil die beiden Cousins meines Vaters die ganze Zeit nur gejammert haben, dass sie eine Kneipe aufsuchen wollen, um ein oder zwei Bierchen zu trinken und es hat zum Beispiel niemand darauf Rücksicht genommen, dass ich meine Zeit gebraucht habe, um die Treppen hochzulaufen. Das hat mir den Ausflug ein wenig verdorben. Eigentlich war noch geplant zu einem anderen Aussichtspunkt zu fahren, wo man bis zum See herunterkann, aber meine Mama und ich wurden überstimmt. Das fand ich sehr schade, da ich sehr wahrscheinlich nicht noch einmal dorthin kommen werde. Diese kindische „Null-Bock-Stimmung“ ging mir tierisch auf die Nerven. Auf dem Rückweg haben wir dann noch etwas verspätet Mittag gegessen, bevor es wieder nach Hause ging.

 

Den Tag danach bin ich sehr entspannt angegangen, bevor es am Abend zu einer vorläufigen Neujahrsfeier unter Freunden meiner Eltern ging. Dort haben wir Pizza gegessen und dann Karten gespielt. Das hat nur halb so viel Spaß gemacht, da einige ziemlich dreist beschissen haben und meine kleine Cousine (die 13 ist und es eigentlich mittlerweile besser wissen sollte) hat ständig rumgejammert und die Regeln verdreht, damit sie nicht verliert und war eingeschnappt, wenn man sie erwischt hat beim Mogeln. Das ging mir nach ein paar Stunden sehr auf die Nerven bis meine Geduld dann letztendlich zu Ende war und ich nicht mehr mitspielen wollte. Wir haben sogar schon zwei Pupen verbrannt, was hier ein Brauch zum Verbrennen alles Schlechten ist, bevor man ins neue Jahr startet. Wir waren erst sehr spät Zuhause und dementsprechend habe ich lange geschlafen und bin erst sehr spät aufgestanden, was vor Silvester aber nicht schaden kann.

Ich wünsche euch allen ein frohes neues Jahr, wir hören uns erst 2019 wieder!

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