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Quinziniera

Samstagmorgen hieß es wieder einmal früh aufstehen, denn wir hatten ein straffes Programm für den Tag. Eigentlich war geplant, dass wir um 10 Uhr das Haus in Richtung Stadt verlassen, weil wir meinen Schuluniformrock noch aus der Schneiderei holen mussten und ich Schuhe für die Schule brauchte. Es wurde dann aber typisch ecuadorianisch eher so kurz vor 11 Uhr. Der Rock war schnell eingesammelt, aber um passende Schuhe zu finden haben wir dann deutlich mehr Zeit gebraucht. Es gibt die Modelle für die Schule nämlich eigentlich nur bis Größe 38 und ich habe Schuhgröße 39/40. Wir haben also auf dem riesigen Markt fast jedes Geschäft abgeklappert, um ein Paar in Größe 39 zu finden, dass mir dann glücklicherweise gepasst hat. Ich würde die Schuhe nicht als besonders hübsch bezeichnen, aber ich hatte ohnehin keine andere Wahl. Ich muss die Schuhe ebenso wie den Rock nur montags in der Schule anziehen. An den anderen Tagen hat man deutlich sportlichere Klamotten mit Turnschuhen an.

 

Danach ging es zur Geburtstagsfeier von einem Onkel, der seinen 40. Geburtstag hatte. Dort traf "nur" der Kern der Familie zusammen, es gab leckeres Essen und eine bombastische Schokotorte mit Nougatfüllung. Ich hatte dann die Möglichkeit dort für gut 2 Stunden eine kleine Siesta (Mittagsschlaf) zu machen, da wir uns direkt dort im Haus umzogen, um zur Quinziniera von Criss, der Tochter meines Jugenddienstleiters zu gehen. Eigentlich hieß es wir machen uns gegen halb sieben auf dem Weg, um pünktlich um 7 zu Beginn der Feier da zu sein. Da Fáti sich aber stundenlang nicht entscheiden konnte welches von ihren 4 möglichen Outfits sie nun anziehen möchte und mit welchen Schuhen und welcher Frisur, sind wir dann doch erst um zehn vor acht losgefahren. Ich dachte wieder einmal fälschlicherweise, wir wäre viel zu spät unterwegs, aber wir waren lange nicht die letzten die Eintrafen. Bis auf die Begrüßung am Anfang habe ich nicht mehr mit dem Geburtstagskind reden können, da gut 40 Gäste da waren und es nur ums Tanzen ging. Einige meiner zukünftigen Klassenkameraden hatten es sich zur Aufgabe gemacht mir ein paar Tanzschritte beizubringen. Ich habe mir wirklich sehr viel Mühe gegeben, aber leider fehlt mir der nötige Hüftschwung. Wir hatten trotzdem sehr viel Spaß und haben einfach gemeinsam darüber gelacht. Ich habe ja schließlich noch ein paar Monate, um das Tanzen richtig zu lernen. Vielleicht schaffe ich es ja den Stock in meinem Arsch zu besiegen.

 

Besonders gefreut hat mich, dass auch Alessandra auf der Feier war. Sie hat keine gleichaltrigen Geschwister und dementsprechend war auch sie froh ein Gesicht zu kennen.

 

Obwohl wir erst gegen halb eins wieder Zuhause waren und ich wirklich platt von dem Tag. war es ein richtig guter Tag. Die Pläne für den Sonntag kenne ich leider noch nicht, aber ich will mich eigentlich ein bisschen ausruhen für meinen ersten Schultag am Montag. Ihr könnt euch ja schonmal auf die lustigen Bilder in Schuluniform freuen!

 

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